Die kurze Antwort
Zieh das Bild auf das Tool unten oder kopier einen Screenshot und drück Strg+V (Cmd+V auf dem Mac). Prüf, ob Sprache des Textes zum Bild passt, warte kurz, während gelesen wird, und drück dann auf Text kopieren oder TXT herunterladen. Du kannst mehrere Bilder auf einmal hinzufügen, jedes erscheint als eigenes Ergebnis.
Die Erkennung läuft in deinem Browser mit Tesseract, einer lange bewährten Open-Source-Engine für Texterkennung. Die Sprachdaten, die du auswählst, werden einmal heruntergeladen (1 bis 3 MB) und funktionieren danach offline.
Hier ausprobieren: Bild in Text (OCR)
Vollständige Tool-Seite öffnenWie OCR funktioniert und warum die Sprache zählt
Eine OCR-Software bereinigt zuerst das Bild, findet Zeilen und Wörter und gleicht dann jedes Wort mit dem ab, was sie über die Form von Buchstaben und häufige Wörter einer Sprache weiß. Dieser letzte Schritt ist der Grund, warum die richtige Sprache so viel ausmacht. Ist Englisch gewählt, findet ein deutsches ß oder ein ü keine Entsprechung und wird zum ähnlichsten englischen Buchstaben; mit der richtigen Sprache kommen Umlaute und Sonderzeichen korrekt heraus.
Das Tool unterstützt 20 Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Polnisch, Türkisch, Russisch, Ukrainisch, Arabisch, Hindi, Chinesisch (vereinfacht und traditionell), Japanisch, Koreanisch, Indonesisch, Vietnamesisch und Thai. Es liest pro Durchgang eine Sprache, bei einer Seite mit zwei Sprachen nimmst du also die Hauptsprache.
Text auf Handy oder Computer kopieren
Die meisten Geräte können inzwischen ohne zusätzliche App Text aus einem Bild kopieren. Diese eingebauten Funktionen sind praktisch für eine schnelle Zeile; ein eigenes OCR-Tool ist besser für ganze Seiten, viele Bilder oder Sprachen, die dein Gerät nicht abdeckt.
- iPhone und iPad: Öffne das Foto oder den Screenshot in Fotos, leg den Finger auf ein Wort, pass die Auswahl an und tipp auf Kopieren. Die Livetext-Taste in der Ecke markiert den ganzen Text auf einmal. Das funktioniert in vielen unterstützten Sprachen, auch auf Deutsch, auf aktuellen iOS-Versionen.
- Android: Öffne das Bild in Google Fotos und tipp auf Lens, wähl dann den Text aus und tipp auf Kopieren. Manche Handys bieten die Textauswahl auch direkt in der Screenshot-Vorschau an.
- Mac: Livetext funktioniert auf aktuellen macOS-Versionen in Fotos, Vorschau und Safari. Fahr mit der Maus über den Text im Bild und markier ihn wie normalen Text.
- Windows 11: Nimm im Snipping Tool einen Screenshot auf oder öffne einen und kopier mit den Textaktionen den ganzen Text. Microsoft PowerToys ergänzt einen Text Extractor, der per Tastenkürzel Text aus jedem Bildschirmbereich holt.
- Jedes Gerät mit Browser: Öffne diese Seite, wähl das Bild aus oder füge es ein und kopier das Ergebnis. Das klappt auch bei gescannten PDFs, die als Bilder exportiert wurden, und bei Sprachen, die die eingebauten Funktionen nicht beherrschen.
So wird das Ergebnis genau
Wie genau die Texterkennung ist, hängt viel mehr vom Bild als von der Software ab. Ein scharfer Screenshot wird oft fast fehlerfrei gelesen, während ein dunkles, schräg aufgenommenes Foto Unsinn ergeben kann. Diese Faktoren zählen am meisten.
| Faktor | Was funktioniert | Was Fehler verursacht |
|---|---|---|
| Licht | Gleichmäßiges Tageslicht oder ein heller Raum, keine Schatten | Schwaches Licht, Schatten des Handys auf der Seite, Blitzreflex |
| Winkel | Handy flach und gerade über der Seite | Schräg fotografiert, gewölbte Buchseiten |
| Auflösung | Buchstaben mindestens 20 Pixel hoch | Winziger Text in einem weiten Foto vom ganzen Schreibtisch |
| Kontrast | Dunkler Text auf hellem Hintergrund | Grau auf Grau, Text über Fotos oder Mustern |
| Schärfe | Zum Scharfstellen tippen, still halten | Verwackelt, unscharfer Text |
| Zuschnitt | Nur der Textbereich | Bilder, Logos und Ränder rund um den Text |
Handschrift, Tabellen und andere Grenzen
- Handschrift: Die Engine ist für gedruckten Text gebaut. Sehr saubere Druckbuchstaben können klappen; Schreibschrift und Notizen kommen meist falsch heraus. Für Handschrift schneiden Handy-Funktionen wie Livetext oder Google Lens oft besser ab, prüf das Ergebnis aber immer.
- Tabellen und Spalten: Zeilenumbrüche und Absätze bleiben erhalten, aber Tabellenzellen kommen als Textzeilen heraus, nicht als Tabelle. Bei Kassenbons und Rechnungen kopierst du den Text und ordnest die Spalten danach.
- Verzierte Schriften: Dekorative, sehr dünne oder nur umrandete Buchstaben auf Plakaten und Logos werden oft falsch gelesen.
- Gedrehte Fotos: Die von der Kamera gespeicherte Ausrichtung wird vor dem Lesen angewendet, aber eine Seite, die ohne diese Angabe auf dem Kopf fotografiert wurde, drehst du zuerst.
- Geringe Sicherheit: Wenn Stellen schwer zu lesen waren, sagt dir das Tool das. Fotografier dann lieber näher und bei besserem Licht neu, statt viele falsche Wörter von Hand zu korrigieren.
Tipps für Scans, Screenshots und lange Dokumente
Screenshots liefern die besten Ergebnisse, weil die Buchstaben perfekt scharf sind. Wenn du die Wahl hast, mach einen Screenshot vom Text auf dem Bildschirm, statt den Monitor abzufotografieren.
Bei Papierdokumenten liefern ein Scanner oder eine Scan-App mit 300 dpi sauberere Ergebnisse als ein schneller Schnappschuss. Kleine Bilder werden vor dem Lesen automatisch vergrößert, können aber keine Details dazugewinnen, die nie aufgenommen wurden.
Bei einem mehrseitigen Dokument fotografierst du jede Seite einzeln und ziehst alle auf einmal ins Tool. Jede Seite wird ein eigenes Ergebnis, sodass du sie der Reihe nach in ein Dokument kopieren kannst.